„Früher war alles besser.“ – eine Floskel, die selten stimmt, aber doch interessante Fragen aufwerfen kann. Von welcher Zeit sprechen wir, wenn von „früher“ die Rede ist? Und was überhaupt meint „besser“?
Was meines Erachtens auf den Arbeitsmarkt bezogen tatsächlich stimmt: Früher war vieles einfacher. Du gehst zur Schule, nach deinem Abschluss folgte Ausbildung oder Studium und im Anschluss gingst du einer Arbeit nach, die du bestenfalls die nächsten 40 Jahre ausgeübt hast. Du arbeitest fleißig, dein Gehalt kommt pünktlich, ab und zu folgt ein Sprung auf der Karriereleiter. Arbeit lohnte sich und vor allem: auch Loyalität gegenüber dem eigenen Arbeitgeber lohnt sich.
Diese Welt von damals existiert heute in den Augen von jungen Menschen kaum noch. Sie empfinden weniger Verbindlichkeit und „Commitment“ des Arbeitgebers ihnen gegenüber, wenn sie den Start in das Berufsleben wagen. Gleichzeitig missbilligen viele, betagtere Arbeitnehmer eine vermeintlich zu fordernde Haltung vieler junger Arbeitseinsteiger gegenüber deren Arbeitgebern.
Warum ich an dieser Stelle so weit aushole, hat folgenden Hintergrund: Ich bin einer dieser „jungen“ Menschen. Und wenngleich ich mich mit 31 nicht mehr als so jung fühle: Ich kenne diese Gedanken und teile sie.
Wer anfängt in einem großen Finanzkonzern zu arbeiten, stellt an einem bestimmten Punkt oft für sich fest: letztendlich bin ich auch nur eine ersetzbare Nummer. Diese Erkenntnis muss nicht dazu führen, dass dem Konzern der Rücken zugedreht wird. Für viele gehört dieser Erkenntnisgewinn dazu und sie machen weiter. Es kann aber auch anders laufen. Nur wie lautet eine Alternative hierzu?
Ein Gegenvorschlag könnte so aussehen: ein nahbares, persönliches Unternehmen mit kurzen Wegen und einer womöglich sogar familiären Atmosphäre. So, wie es in der Branche der Vermögensverwalter an vielen Adressen gelebt wird.
Nur die Sache hat einen Haken: Dieses Umfeld ist nicht immer dafür geeignet, eine mit der Bank vergleichbaren „Karriereleiter“ emporzusteigen, sich stetig an neuen Aufgaben und Projekten zu verbessern und sukzessive mehr Verantwortung zu übernehmen. Gerade kleinere Vermögensverwalter bieten viel Nestwärme, aber nur wenig „Karrierepotential“. So hart das klingen mag. Doch sie bieten schlicht und ergreifend bestimmte Rollen gar nicht an, ihre Größe lässt dies nicht zu. Das können konkrete Spezialisierungen in Themenfeldern wie ESG oder IT sein, aber auch Aufgabenfelder im Bereich Compliance oder Projektmanagement umfassen.
Diesen Zielkonflikt gilt es zu lösen. Und wir sprechen hier nicht von einer Quadratur des Kreises – dieser Konflikt ist lösbar. Gerade größere Vermögensverwaltungen weisen mitunter „best of both worlds“ auf. Die kurzen Entscheidungswege, viele Freiheiten und mit ihnen auch die Möglichkeit, Verantwortung schon in frühen Jahren zu übernehmen. Gleichzeitig können sie sich eine Nahbarkeit erhalten, die sie bereits vor vielen Jahren ausgezeichnet hat und die Teil des inhärenten Werteverständnisses vieler Vermögensverwaltungen ist.
Dieser Spagat gelingt nicht vielen. Und er ist verbunden mit einem täglichen Abwägen der langfristigen Strategie in Hinblick auf die sich vor Jahren gesetzte Philosophie und das eigene Werteverständnis. Doch er kann gelingen. Ich möchte nicht sagen, dass dieser Spagat für mich der Grund dafür war, warum ich bei der HÖVELRAT angefangen habe. Aber er ist der Grund dafür, warum ich geblieben bin.
Ich (und mit mir weitere, junge Menschen) finde hier ein Umfeld vor, was sich nur selten finden lässt und was schwerer wiegt, als die kurzfristig höheren Gehaltsversprechen von charismatischen Head Huntern und anonymen Konzernen. Ich finde eine Perspektive, die mir ein Gefühl dafür gibt, wohin das Unternehmen langfristig im Allgemeinen, und mit mir im Speziellen hinmöchte. Diese Perspektive setzt Leistung, Fleiß und Opferbereitschaft voraus, zahlt es dir jedoch mit der Übergabe von Verantwortung, hohen Freiheitsgraden sowie einer fairen Entlohnung zurück.
Und diese Charaktereigenschaft vieler Vermögensverwaltungen kommt jungen Fach- und zukünftigen Führungskräften auch in anderer Hinsicht zugute: Sie verbessern ihr Skill-Set. Denn wer seine eigenen Fähigkeiten – Soft Skills sowie Hard Skills – zu verbessern vermag, wappnet sich für eine Arbeitswelt, in der nichts so sicher scheint wie der Wandel. Künstliche Intelligenz und alles, was hiermit einhergeht, wird die Arbeitswelt, so wie wir sie kennen, in einem für uns noch gar nicht greifbaren Maße verändern – gerade in der Finanzbranche. Daher ist es nur klug und vorausschauend, wenn junge Menschen nicht bis zum Umfallen die internen, veralteten Bankbetriebssysteme und ihre nicht-intuitiven Prozesse in Fleisch und Blut aufnehmen. Sondern proaktiv überlegen, welche Fähigkeiten sie entwickeln können, die auch mittelfristig eine KI nur schwerlich zu ersetzen vermag: Verhandlungsgeschick, Empathie im Kundengespräch, die Frage nach dem ganzheitlichen Ansatz hinter den eigenen Kundenlösungen. Im hektischen Arbeitsalltag geraten solche Fragestellungen oftmals in den Hintergrund. Doch junge Menschen erkennen immer schneller und immer besser, dass sie selbstverantwortlich das Heft des Handelns in die Hand nehmen müssen, wenn sie sich weiterentwickeln wollen.
Und ein guter Ort, dies zu tun, ist die Branche der Vermögensverwalter. Ein sehr guter Ort kann die HÖVELRAT AG am Gänsemarkt in Hamburg sein.


